Gerade heute wurde mir wieder bewusst, wie glücklich ich sein kann. Und wissen Sie warum? Weil ich mir mal wieder vor Augen geführt habe, dass vieles, was für mich so selbstverständlich ist, ein großes Glück ist.

Zum Beispiel mein Beruf als Coach, Therapeutin und Trainerin. Es war ein langer Weg dorthin, mit einigen Höhen und Tiefen. Manchmal dachte ich schon, dass ich dieses Ziel nicht erreichen kann. Aber meine Ausdauer und meine Leidenschaft für diesen Beruf haben mich ans Ziel gebracht. Und ich darf jetzt jeden Tag mit dem Gefühl aufstehen, den Beruf zu haben, in dem ich meine Talente und mein Potential leben kann und der mich glücklich macht.

Oder mein Mann, den ich nach sieben Jahren Single-Zeit finden durfte, und mit dem ich jetzt seit 15 Jahren verheiratet bin. Vielleicht ist mir meine Ehe gerade durch die lange Zeit des Alleinseins so kostbar. Und trotzdem gibt es Tage, da ist meine Partnerschaft so selbstverständlich. Aber wenn ich mir bewusstmache, was für ein großes Glück mein Beruf und mein Mann in meinem Leben sind, wird es für mich wieder sehr kostbar.

 

Den Blick auf sein Glück richten

Haben Sie heute schon darüber nachgedacht, wie viel Glück Sie haben? Die meisten Menschen überlegen in der Regel, warum Sie nicht so viel Glück haben und warum es Anderen bessergeht. Leider ist diese Strategie nicht sehr hilfreich. Fragt man sich nämlich, warum man kein Glück hat, führt das nur dazu, dass man unglücklich wird. Weil man seinen Blick auf den Mangel richtet und auf das, was scheinbar fehlt.

Sobald man seinen Blick auf das richtet, worüber man glücklich sein kann, steigt das körperliche Wohlbefinden, es werden Gehirnareale aktiviert, die unsere Kreativität steigern, Hormone ausgeschüttet, die für Glück und Entspannung sorgen.

Machen Sie doch mal einen kleinen Selbstversuch: Denken Sie jetzt in diesem Moment an etwas in Ihrem Leben, das Sie glücklich macht. Es kann auch eine scheinbare Kleinigkeit sein. Und nehmen Sie wahr, wie Sie körperlich darauf reagieren. Vielleicht spüren Sie, wie Sie sich entspannen, lächeln müssen, Ihnen warm wird.

 

Für Glücksfrüchte sorgen

Wer das Glück in sich nährt, sorgt für gute Energien und Wachstum. Denn Glück und Zufriedenheit erzeugen Erfolg – diese Botschaft ist eine Erkenntnis der Positiven Psychologie. Die zweite, ebenso wichtige, lautet: Für solche positiven Gefühle können wir selbst sorgen. Sie sind kein unerreichbares Ziel, sondern die Früchte von stärkenden Gewohnheiten und Entscheidungen.

Meinen Klienten gebe ich meist die Aufgabe, für vier Wochen jeden Tag drei Dinge aufzuschreiben, für die sie dankbar sind. In der Regel sind sie nach dieser Zeit fokussierter auf das Positive – und fühlen sich glücklicher. Und Sie könne Ihre eigenen Stärken besser wahrnehmen, haben weniger Selbstzweifel und können auch mit anderen Menschen freundlicher und gelassener umgehen.

 

Was die Glücksforschung sagt

In den USA ist das Recht auf Glückssuche (pursuit of happiness) jedem Bürger verfassungsmäßig garantiert. Deshalb gibt es dort eine wissen­schaftliche Richtung, die sich Glücksforschung nennt. Zu den Größen dieses Faches zählt der Professor Martin Seligmann.

„Es ist nicht so, dass manche Leute mehr Glück haben als andere“, erklärt Seligmann. Die Glücklicheren gehen nur anders mit den Ereignissen um. Die Menschen, die leichter leben haben genau so viel Pech wie andere, erleiden die gleiche Anzahl Schicksalsschläge. Aber sie hadern nicht lange: Warum passiert mir das? Warum muss das sein? Sondern sie fragen: Wozu ist das gut? Wie kann ich das Problem lösen? Was kann ich tun? Welche Möglich­keiten gibt es? Mit anderen Worten: Sie denken nicht problemorientiert, sie denken lösungsorientiert.

Und ein anderer wichtiger Punkt, der zuerst einmal etwas überraschend klingt: Leute, die glücklicher leben, machen es sich nicht bequem. Im Gegenteil: Sie verlassen immer wieder ihre Komfortzone. So wird der Bereich im Leben genannt, der gewohnt, der sicher scheint. Aber Wachstum zum Glück findet außerhalb der Komfortzone statt. Wer nie seine Komfortzone verlässt und das Risiko des Scheiterns in Kauf nimmt, entwickelt sich nicht und kann auch nicht glücklich werden. Ihm fehlt die Erfahrung der eigenen Stärke und Überwindungskraft.

 

Den Boden des Glücks nutzen

Wer auf der Suche nach seinem Glück ist, sollte einfach mal innehalten und auf das Glück schauen, was schon da ist und uns jeden Tag reich beschenkt. Und sich bereitmachen, auf dem Boden des vorhandenen Glücks seine Komfortzone zu verlassen. Und so für Wachstum und neues Glück in seinem Leben zu sorgen.