Das Bedürfnis nach Wertschätzung ist für den Menschen grundlegend und wird inzwischen auch in vielen Unternehmen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement groß geschrieben –  aber nicht immer wirklich gelebt.

 

In diesem Interview macht der Mittelstandberater Dieter Winkler sehr deutlich, was der Unterschied zwischen gelebter Wertschätzung und Wertschätzung als Mittel zum Zweck ist. Es geht darum, den Menschen in seinem Sein und nicht in seinem Verhalten zu schätzen.

Hier geht es um die Haltung und die (kommunikative) Fähigkeit „Sein“ von „Verhalten“ zu unterscheiden. Das ist nämlich nicht dasselbe, was ich gerne erläutere: Vielleicht erinnern Sie sich an die Situation aus Ihrer Kindheit, bei der Sie als Kind am Tisch Ihr Glas Kakao umgestoßen haben und so für ein kleines Malheur gesorgt haben. Vermutlich haben Ihre Eltern reagiert mit: „Du bist ein Tollpatsch“ oder „Du Schussel Du“.  Das ist sprachlich von großer Bedeutung. Hier wird ein Seins-Merkmal benannt, die Bemerkung zielt aber auf die Veränderung des Verhaltens (sprachlich etwa so: „Mein Junge, gerade hast Du Dich aber schusselig verhalten“).

Verhalten oder Wesensmerkmal

Wenn Sie nun in Ihre bisherige Lebenserfahrung einmal genauer anschauen, werden sie feststellen, dass in vielen Fällen Ihr spezifisches Verhalten ganz schnell zum Wesensmerkmal generalisiert wurde. Im positiven Fall freut Sie das, im negativen Fall fühlen Sie sich schlecht, ungerecht und nicht wertschätzend behandelt. Da es sich allerdings um ein in frühester Kindheit erlerntes Denk- und Sprechmuster  handelt, ist dies den meisten Menschen nicht bewusst. Verstärkt durch die eigentlich positive Absicht, die der Sprechende dabei ja verfolgt.

Der Unterschied zwischen Sein und Verhalten

Der griechische Philosoph Seneca hat den Unterschied zwischen Sein und Verhalten treffend formuliert: Der gute Richter verurteilt die Tat, nicht den Täter.

 

Den Anderen in seinem So-Sein schätzen

 

Wer den Anderen in seinem So-sein sieht und schätzt, der lebt wirkliche Wertschätzung. Und nicht der, der mit oberflächlicher (wenn vielleicht auch gut gemeinter) Wertschätzung Ziele erreichen will. Wer anderen Menschen mit aufrichtiger und wirklicher Wertschätzung begegnen möchte, muss sich dazu erst mal auf den Weg zu sich selbst mache. Und seine Werte und Motive kennenlernen. Dann kann er die wunderbare Kraft gelebter Wertschätzung in sich entdecken und zu eine Kultur des Wandels und des Wachstums in seinem Unternehmen und in seinem Lebe beitragen.

 

Lesen Sie hier das ganze Interview: “Wehalb Wertschätzung etwas anderes als Lob und Anerkennung ist”.